Brief der Ober­bür­ger­meis­ter von Schwä­bisch Gmünd, Tü­bin­gen und Schorn­dorf an den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten und den In­nen­mi­nis­ter von Ba­den-Würt­tem­berg

Ri­chard Ar­nold (Schwä­bisch Gmünd, CDU), Bo­ris Pal­mer (Tü­bin­gen, B90/​Grüne) und Mat­thi­as Klop­fer (Schorn­dorf, SPD) schrei­ben an MP Kret­sch­mann und IMi Strobl. 

Sehr ge­ehr­ter Herr Mi­nis­ter­prä­si­dent, sehr ge­ehr­ter Herr In­nen­mi­nis­ter,

mit gro­ßer Sor­ge ver­fol­gen wir Ober­bür­ger­meis­ter nicht erst seit der jüngs­ten Kra­wall­nacht in Stutt­gart oder jetzt am Wo­chen­en­de in Frank­furt am Main die zu­neh­men­de Ag­gres­si­vi­tät und Re­spekt­lo­sig­keit von Grup­pen mit Ju­gend­li­chen und jun­gen Er­wach­se­nen in un­se­ren Städ­ten.

Vor al­lem die Be­geg­nung mit Ein­satz­kräf­ten der Po­li­zei, den Ret­tungs­diens­ten und der Feu­er­wehr, mit den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern in den Ver­wal­tun­gen in un­se­ren Städ­ten, aber auch die Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Kon­tak­te in un­se­rem All­tag ge­ne­rell, sind hier ge­prägt von Pro­vo­ka­ti­on, man­geln­der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit, ei­nem schwä­bisch ge­sagt un­ver­schäm­ten „Rotz­bu­ben-Ge­ha­be“ und – in jüngs­ter Zeit wach­send – auch von pu­rer Ge­walt­be­reit­schaft. Wir sind hier mit Ih­nen ei­ner Mei­nung: Dies dür­fen wir nicht län­ger hin­neh­men!

Wir Ober­bür­ger­meis­ter sind uns als Ex­per­ten der Stadt­ge­sell­schaf­ten vor Ort aber auch dar­über im Kla­ren, dass wir in die­ser Dis­kus­si­on mit ei­ner pau­scha­len, dump­fen Brand­mar­kung jun­ger Men­schen als fa­na­ti­sier­te, ma­ro­die­ren­de Aus­län­der­hor­den so we­nig wei­ter­kom­men wie mit ei­ner von der ei­ge­nen Mo­ral be­rausch­ten so­zi­al­päd­ago­gi­schen Be­treu­ungs­ro­man­tik. Das Aus­blen­den und Ta­bui­sie­ren von kul­tu­rel­len, so­zia­len, re­li­giö­sen und fa­mi­liä­ren „Kar­rie­ren“ sol­cher städ­ti­schen Stress­grup­pen hilft uns ge­nau­so we­nig, wie die von Ideo­lo­gie ge­tra­ge­ne Fi­xie­rung auf Grup­pen­merk­ma­le und Vor­ur­tei­le. Bei­des macht es sich zu ein­fach.

Aus un­se­rer Sicht be­darf es da­bei zwei­er Ant­wor­ten:

Zum ei­nen die des Rechts­staats: Wir tei­len Ih­re An­sicht, dass wir hier kon­se­quent mit den Mit­teln der Po­li­zei und der Jus­tiz re­agie­ren müs­sen! Un­se­re Ge­set­ze, un­se­re her­vor­ra­gend aus­ge­bil­de­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter und un­se­re Struk­tu­ren in Ba­den-Würt­tem­berg bie­ten al­le Mög­lich­kei­ten, an­ge­mes­sen, ab­ge­stuft, deut­lich und mit Nach­druck ge­gen Ge­walt, Van­da­lis­mus und Ag­gres­si­on vor­zu­ge­hen und die Ein­hal­tung von Re­geln und Ge­set­zen durch­zu­set­zen. Hier braucht der Staat, hier brau­chen wir nicht neue Ge­set­ze, son­dern mehr Selbst­be­wusst­sein, Mut und vor al­lem schnel­les Han­deln und ei­ne schnel­le Ver­ur­tei­lung nach be­gan­ge­ne Straf­ta­ten. Von un­se­rer Sei­te da­zu ein kla­res Wort: Wir Ober­bür­ger­meis­ter ste­hen hin­ter un­se­ren Po­li­zis­tin­nen und Po­li­zis­ten im Süd­wes­ten!

Das al­lein ist aber nicht ge­nug. Wir müs­sen auch ehr­lich und of­fen nach den Ur­sa­chen der ähn­lich ge­la­ger­ten Ge­walt­aus­brü­che in Stutt­gart und Frank­furt fra­gen. Es scheint plau­si­bel, dass der Frust über die Frei­heits­be­schrän­kun­gen in der Co­ro­na-Zeit da­bei ei­ne Rol­le ge­spielt hat. Eben­so spricht man­ches für die The­se, die De­bat­te über Ras­sis­mus bei der Po­li­zei nach dem schreck­li­chen Tod des US-Ame­ri­ka­ners Ge­or­ge Floyd, ha­be zur Wut auch auf un­se­re Be­am­ten bei­ge­tra­gen. Ein As­pekt fin­det je­doch in der De­bat­te bis­her kaum Be­ach­tung: Die Rol­le von Ge­flüch­te­ten bei der Ent­ste­hung ei­ner ge­walt­be­rei­ten Sze­ne in der Stutt­gar­ter In­nen­stadt.

Bis­her ist be­kannt, dass neun von 24 in der Nacht fest ge­nom­me­nen jun­gen Män­ner ei­nen „Flücht­lings­be­zug“ ha­ben, al­so als Asyl­be­wer­ber ins Land ge­kom­men sind. Vie­le Tat­ver­däch­ti­ge sol­len ein­schlä­gig bei der Po­li­zei be­kannt sein. Auf Vi­de­os und Fo­tos aus der Kra­wall­nacht kann man er­ken­nen, dass auch vie­le wei­te­re Be­tei­lig­te an den Kra­wal­len zu die­ser Grup­pe ge­hö­ren könn­ten. In die­sel­be Rich­tung deu­ten Aus­sa­gen der Po­li­zei, wo­nach in den letz­ten Wo­chen bei Kon­trol­len in der Stutt­gar­ter In­nen­stadt 70% der Pro­ble­me auf dort ver­sam­mel­te jun­ge Män­ner mit Flücht­lings­be­zug ent­fal­len sei­en. Es ist kei­ne Stamm­baum­for­schung, son­dern not­wen­di­ge Prä­ven­ti­ons­ar­beit, das prä­zi­se zu ana­ly­sie­ren.

Wir hal­ten das je­den­falls nicht für ei­nen Zu­fall, son­dern für die Fort­set­zung ei­nes Mus­ters, dass bei vie­len Straf­ta­ten der letz­ten Jah­re er­kenn­bar war: Un­ter den Ge­flüch­te­ten gibt es ei­ne klei­ne Grup­pe ge­walt­be­rei­ter jun­ger Män­ner, die ei­ne star­ke Do­mi­nanz im öf­fent­li­chen Raum aus­üben und weit über­durch­schnitt­lich an schwe­ren Straf­ta­ten ins­be­son­de­re der se­xu­el­len Ge­walt und Kör­per­ver­let­zung be­tei­ligt sind. Die Po­li­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik des Bun­des­kri­mi­nal­amts be­stä­tigt, dass es sich da­bei nicht um Ein­zel­fäl­le han­delt, son­dern um ein struk­tu­rel­les Pro­blem mit et­wa 50.000 Mehr­fach­straf­tä­tern un­ter den Ge­flüch­te­ten. Un­se­re Er­fah­rung mit die­sen jun­gen Män­nern sagt uns: Das ist kein Pro­blem der Lan­des­haupt­stadt.

In je­der Mit­tel­stadt in Ba­den-Würt­tem­berg hat sich mitt­ler­wei­le ein Mi­lieu nicht in­te­grier­ter, häu­fig mit Klein­kri­mi­na­li­tät und Straf­ta­ten in Ver­bin­dung zu brin­gen­der jun­ger ge­flüch­te­ter Män­ner ge­bil­det, das an Bahn­hö­fen und öf­fent­li­chen Plät­zen zu­sam­men­kommt. Von die­sen sind mitt­ler­wei­le vie­le nicht mehr für So­zi­al- oder In­te­gra­ti­ons­an­ge­bo­te er­reich­bar. Da­für ist ne­ben Trau­ma­ti­sie­rung und Ge­walt­er­fah­run­gen auch ei­ne her­kunfts­ge­präg­te Männ­lich­keits­kul­tur ver­ant­wort­lich. In vie­len Fäl­len paart sich die­se mit Ent­täu­schun­gen und Frus­tra­tio­nen über die Rea­li­tät ih­res Le­bens in Deutsch­land.

Sie füh­len sich nicht an­ge­nom­men, se­hen kei­ne Per­spek­ti­ven, oft we­gen feh­len­der Aus­sicht auf An­er­ken­nung völ­lig zu­recht, ha­ben kei­ne Be­tä­ti­gung und kön­nen kei­ne po­si­ti­ven Selbst­er­fah­run­gen ma­chen. Ei­ne ge­fähr­li­che Mi­schung, die auch bei Ur-Gmün­dern, Ur-Schorn­dor­fern und Ur-Tü­bin­gern zur Ge­fahr für die All­ge­mein­heit wer­de müss­te.

Wir ha­ben Ih­nen die­se Pro­ble­ma­tik schon im Jahr 2017 vor­ge­tra­gen und für ei­nen dop­pel­ten Spur­wech­sel plä­diert. Ei­ner­seits, so un­se­re Auf­fas­sung, müs­sen auch die Flücht­lin­ge oh­ne Aus­sicht auf An­er­ken­nung ei­ne Per­spek­ti­ve er­hal­ten. Die Mehr­heit ist nun mehr als vier Jah­re im Land, Ab­schie­bun­gen sind nur noch bei we­ni­gen zu er­war­ten.

Statt Ar­beits­ver­bo­ten wä­ren sinn­vol­le Be­tä­ti­gungs­fel­der für die­se jun­gen Män­ner not­wen­dig. In Gmünd ha­ben wir sehr gu­te Er­fah­run­gen da­mit ge­macht, jun­ge Män­ner am Bahn­hof als „Kof­fer­trä­ger“ ei­nen Sinn ih­res All­tags zu ge­ben. Auch die dar­aus ent­ste­hen­den Kon­tak­te wa­ren wert­voll. Die­sel­be Wir­kung zeig­te der Ein­satz als Hel­fer bei der Lan­des­gar­ten­schau. Die Kom­mu­nen brau­chen In­stru­men­te und Mög­lich­kei­ten, um sol­che Tä­tig­kei­ten für die All­ge­mein­heit ver­pflich­tend zu ma­chen.

Die­ser Weg wä­re viel wirk­sa­mer als nicht ein­treib­ba­re Geld­stra­fen oder Frei­heits­ent­zug nach klei­ne­ren Straf­ta­ten. Wer sich be­währt, ei­ne Aus­bil­dung ab­sol­viert oder ei­ne Stel­le fin­det, soll­te ein­fa­cher als heu­te die Chan­ce be­kom­men, ein Auf­ent­halts­recht zu er­wer­ben.

Jun­ge Män­ner brau­chen Leis­tungs­an­rei­ze statt Trüb­sal und Lan­ge­wei­le. Da­her soll­te ein Wech­sel aus aus­sichts­lo­sen Dul­dungs­ver­fah­ren in ein Auf­ent­halts­recht durch Leis­tung, In­te­gra­ti­on und Ar­beit mög­lich sein. Es gibt ge­setz­li­che Ver­bes­se­run­gen in die­sem Punkt, aber für die Pro­blem­grup­pe sind die­se bis­her kaum nutz­bar. Die Hür­den sind zu hoch. Und bei man­chen ge­nü­gen An­rei­ze ein­fach nicht. Da­vor die Au­gen zu ver­schlie­ßen, macht nichts bes­ser.

Für die jun­gen Män­ner auf Ab­we­gen wä­re es auch zu ih­rem Schutz ex­trem wich­tig, dass un­ser Staat ih­nen früh­zei­tig für sie ver­ständ­lich zeigt, wo Schluss ist. Das tun wir nicht. Im Ge­gen­teil. Klein­kri­mi­na­li­tät und ste­ti­ge Kon­flik­te mit der Po­li­zei ha­ben für Ge­flüch­te­te nur in sel­te­nen Fäl­len rea­le Kon­se­quen­zen. Die­se in vie­len Her­kunfts­län­dern un­be­kann­te Li­be­ra­li­tät des Rechts­staa­tes wird oft als Schwä­che un­se­rer Po­li­zei ge­deu­tet und als Ein­la­dung zur Fort­set­zung des straf­ba­ren Ver­hal­tens ver­stan­den. Des­halb brau­chen wir ne­ben dem Wech­sel zum Auf­ent­halts­recht durch ei­ge­ne An­stren­gung auch ei­nen Wech­sel raus aus dem at­trak­ti­ven So­zi­al­raum der Städ­te und Ge­mein­den in Fol­ge von dau­er­haf­tem Fehl­ver­hal­ten.

Wir wis­sen, dass für die­se jun­gen Män­ner ei­ne zeit­wei­li­ge Rück­ver­wei­sung in die Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen des Lan­des ei­ne spür­ba­re Sank­ti­on wä­re. Dort ist im Ge­gen­satz zu den auf In­te­gra­ti­on aus­ge­rich­te­ten Un­ter­brin­gun­gen in den Städ­ten ei­ne Kon­trol­le durch Po­li­zei und Si­cher­heits­kräf­te mög­lich. Es wä­re auch ge­gen­über fried­li­chen jun­gen Leu­ten bes­ser er­klär­bar, ge­zielt die Tu­nicht­gu­te mit Ein­schrän­kun­gen zur Rai­son zu brin­gen, als al­le mit nächt­li­chen Aus­gangs­sper­ren und Al­ko­hol­ver­bo­te in Haf­tung zu neh­men. Das Land Hes­sen hat ei­ne Re­ge­lung, die un­se­rem Vor­schlag äh­nelt, in den Ko­ali­ti­ons­ver­trag auf­ge­nom­men, oh­ne dass dies auf recht­li­che Be­den­ken ge­sto­ßen ist.

Die An­stren­gun­gen, Ge­fähr­der des Lan­des zu ver­wei­sen, be­grü­ßen wir. Je­doch be­trifft das nur ei­ne ex­trem klei­ne An­zahl von Ge­flüch­te­ten. Die Grup­pe, um die es uns geht, fällt nicht un­ter die Ge­fähr­der, auch wenn man­che von ih­nen am En­de ei­ner schie­fen Bahn dort an­kom­men wer­den. Für die meis­ten gilt das aber nicht.

Na­tür­lich wis­sen wir, dass die­se un­be­que­me Wirk­lich­keit in un­se­ren Städ­ten po­li­tisch hei­kel ist. Wenn Sie un­se­rem Vor­schlag fol­gen, wird Ih­nen dar­aus so­fort ein Ras­sis­mus-Vor­wurf kon­stru­iert. Wir sind aber der Über­zeu­gung, dass wir Ras­sis­mus be­kämp­fen kön­nen, wenn wir die Kri­mi­na­li­täts­ra­te un­ter jun­gen Ge­flüch­te­ten Män­nern, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Straf­ta­ten im öf­fent­li­chen Raum, sen­ken. Denn dies ist ei­ner der Quel­len für Ängs­te und Wut, aus de­nen Ras­sis­mus En­er­gie be­zieht.

Rich­tig ist zwei­fels­oh­ne, dass die Mehr­heit der Kra­wall­brü­der in Stutt­gart kei­ne Ge­flüch­te­ten wa­ren. Auch über die man­geln­de In­te­gra­ti­on die­ser jun­gen Män­ner in un­se­re Ge­sell­schaft müs­sen wir uns Ge­dan­ken ma­chen. Wir glau­ben, dass die Wie­der­ein­füh­rung ei­nes ver­pflich­ten­den Diens­tes an der Ge­sell­schaft da­für rich­tig wä­re.

Re­spekt, Ak­zep­tanz, To­le­ranz, den ver­ant­wor­tungs­vol­len Um­gang mit Men­schen lernt der jun­ge Mensch nicht bei Wi­ki­pe­dia, Face­book und Ins­ta­gram, son­dern in der Be­geg­nung mit an­de­ren. In der Fa­mi­lie. In der Schu­le. Am Aus­bil­dungs­platz. Im Ver­ein. Im All­tag. Hier übt man den Dis­kurs und den Um­gang mit­ein­an­der. Ja: manch­mal auch stei­nig, hart und schmerz­haft. Die­se so­zia­len Trai­nings­räu­me wer­den al­ler­dings im­mer we­ni­ger. Des­halb for­dern wir, dass in Deutsch­land drin­gend ein ver­pflich­ten­der ge­sell­schaft­li­cher Grund­dienst für al­le jun­gen Men­schen ein­ge­führt wird, die in un­se­rem Land le­ben – un­ab­hän­gig von der je­wei­li­gen Staats­bür­ger­schaft.

Zwölf Mo­na­te sol­len sich die jun­gen Men­schen hier für die Ge­sell­schaft en­ga­gie­ren. Die­ses so­zia­le Pflicht­jahr soll in der Tat für al­le gel­ten – sei es bei der Bun­des­wehr (die Aus­set­zung des Wehr­diens­tes soll­te oh­ne­hin jetzt be­en­det wer­den), sei es in so­zia­len oder kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen, bei der Be­treu­ung von äl­te­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, sei es bei Ar­bei­ten für die Städ­te und Kom­mu­nen. Für al­le Dienst­leis­ten­den, die sich nicht auf Bun­des­ebe­ne, zum Bei­spiel im Wehr­dienst oder beim THW en­ga­gie­ren, ist da­bei die ei­ge­ne Stadt, die ei­ge­ne Ge­mein­de der rich­ti­ge Ort für ein pas­sen­des Pflicht­jahr. Hier sieht man so­fort und kon­kret, was man mit sei­nem Ein­satz be­we­gen kann. Und sie ist der pas­sen­de Trai­nings­raum für das Ein­üben der so­zia­len Fer­tig­kei­ten, die un­se­re Ge­sell­schaft als un­ab­ding­ba­re Grund­la­ge be­nö­tigt.

Sehr ge­ehr­ter Herr Mi­nis­ter­prä­si­dent, sehr ge­ehr­ter Herr In­nen­mi­nis­ter, wir bit­ten Sie da­her um die Un­ter­stüt­zung bei der Ein­füh­rung ei­nes Pflicht­jah­res für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Grund­dienst in Deutsch­land, in­dem Sie:

1. über den Bun­des­rat und die Kon­tak­te zum Bund so­wohl auf Re­gie­rungs­ebe­ne wie auch in den je­wei­li­gen Par­tei­en ei­ne sol­che Dienst­pflicht für al­le Men­schen in un­se­ren Städ­ten und Ge­mein­den an­re­gen,

2. die recht­li­chen, fi­nan­zi­el­len und struk­tu­rel­len Mög­lich­kei­ten, Chan­cen und Ziel­rich­tun­gen ei­ner sol­chen Dienst­pflicht für al­le in Ba­den-Würt­tem­berg auf­zei­gen und

3. Ge­sprä­che zu ei­ner sol­chen Um­set­zung mit den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Städ­te-, Ge­mein­de- und Land­kreis­ta­ges in­iti­ie­ren und auf­neh­men.

4. Den dop­pel­ten Spur­wech­sel in Ba­den-Würt­tem­berg als An­reiz- und Sank­ti­ons­sys­tem zu eta­blie­ren.

Wir – als drei Ober­bür­ger­meis­ter ganz un­ter­schied­lich struk­tu­rier­ter Städ­te und ganz un­ter­schied­li­chen po­li­ti­schen Hin­ter­grun­des – bie­ten Ih­nen voll­um­fäng­li­ches En­ga­ge­ment und Mit­ar­beit an. Wir den­ken, dass wir auf die oben ge­nann­ten gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen auch mit ei­nem nicht min­der gro­ßen, mu­ti­gen, star­ken Schritt re­agie­ren müs­sen. Die Ju­ris­tin­nen und Ju­ris­ten wer­den vie­le Vor­be­hal­te und Ein­wän­de ha­ben. Das wis­sen wir. Aber hier be­darf es ei­ner po­li­ti­schen Ant­wort. Und wenn nö­tig muss die Po­li­tik auch das Recht­li­che neu ord­nen.

In die­sem Sin­ne, mit bes­ten Grü­ßen aus Schwä­bisch Gmünd, aus Tü­bin­gen und aus Schorn­dorf,

Ri­chard Ar­nold, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schwä­bisch Gmünd
Bo­ris Pal­mer, Ober­bür­ger­meis­ter der Uni­ver­si­täts­stadt Tü­bin­gen
Mat­thi­as Klop­fer, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schorn­dorf

Link: Ori­gi­nal-Brief im (.pdf-For­mat)

Au­tor: Brief der 3 Ober­bür­ger­meis­ter im Ori­gi­nal

Ti­tel­bild & Gra­fik: Brief­kopf & Brief­fuß

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