Co­vid-19 / Co­ro­na ge­fähr­lich wie die Spa­ni­sche Grip­pe?

Laut ei­nem Bei­trag des BR, der sich u.a. auf ei­ne Stu­die des Dart­mouth Col­le­ge [2] in New Hamp­shire be­zieht, ist nach bis­he­ri­gen Er­kennt­nis­sen in Deutsch­land von ei­ner Sterb­lich­keit bei Co­vid-19 / Co­ro­na In­fek­tio­nen von et­wa 1% aus­zu­ge­hen. Da­mit wä­re die Sterb­lich­keit et­wa 5 bis 10 x hö­her als die grob ge­schätz­te Ster­be­ra­te bei ei­ner nor­ma­len Grip­pe, die auf 0,1% bis 0,2% der In­fi­zier­ten ge­schätzt wird. Ich hal­te die­se Dar­stel­lung für se­ri­ös und ziem­lich rea­lis­tisch.

Sterb­lich­keit

Von ten­den­zi­ell noch hö­he­ren Ster­be­ra­ten ist bei der Spa­ni­schen Grip­pe aus­zu­ge­hen, die zwi­schen 1918 und 1920 welt­weit wü­te­te und bei ei­ner da­ma­li­gen Welt­be­vö­ke­rung von knapp 2 Mil­li­ar­den Men­schen grob ge­schätzt zwi­schen 20 und 50 Mil­lio­nen To­des­op­fer for­der­te. Die WHO geht bei der Spa­ni­schen Grip­pe von 500 Mio In­fi­zier­ten aus, da­mit wür­de die Ster­be­ra­te 4% bis 10% der In­fi­zier­ten be­tra­gen, die Ster­be­ra­te für die Ge­samt­be­völ­ke­rung lä­ge zwi­schen 1% bis 2,5%. Al­ler­dings wa­ren die Men­schen zu die­ser Zeit z.T. durch den 1. Welt­krieg ge­schwächt und die me­di­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten ge­rin­ger als heu­te.

Im Un­ter­schied zur Spa­ni­schen Grip­pe, bei der schwer­punkt­mä­ßig an­de­re Sym­pto­me als bei Co­vid-19 auf­tra­ten und die vor al­lem in den jün­ge­ren bis mitt­le­ren Jahr­gän­gen zu ho­hen Ster­be­zah­len führ­te, steigt bei Co­vid-19 die Le­ta­li­tät mit zu­neh­men­dem Al­ter stark an, wäh­rend die Ge­fahr für jun­ge Men­schen re­la­tiv ge­ring ist. So be­trägt die Le­ta­li­tät bis zu ei­nem Al­ter von 30 Jah­ren un­ter 0,2%, bei ei­nem Al­ter un­ter 50 Jah­ren un­ter 0,4%, zwi­schen 50 und 70 Jah­ren gut 2%, über 70 Jah­ren über 10%. Für Grip­pe lie­gen uns kei­ne Sta­tis­ti­ken be­züg­lich Sterb­lich­keit nach Al­ter vor, über­haupt be­ru­hen Grip­pe-Sta­tis­ti­ken zu­meist auf sehr va­gen Schät­zun­gen, aber man kann wohl da­von aus­ge­hen, dass es auch dort nor­ma­ler­wei­se ei­ne Stei­ge­rung gibt, je hö­her das Le­bens­al­ter ist.

Laut Sta­tis­ta be­trug am Stich­tag 15.12.2020 die Ge­samt­zahl der seit Aus­bruch der Pan­de­mie po­si­tiv ge­tes­te­ten In­fi­zier­ten in Deutsch­land 1,36 Mio Men­schen, durch oder mit Co­ro­na ein­ge­tre­te­ne To­des­fäl­le gab es bis zu die­sem Zeit­punkt gut 22.500. Aus die­sen Zah­len er­gä­be sich ei­ne Ster­be­ra­te von 1,65, un­ter Ein­be­zie­hung der nach­lau­fen­den Ster­be­zah­len bei den ak­tu­ell ho­hen Ra­ten von Neu­in­fek­tio­nen bis et­wa 3%.

Al­ler­dings muss man da­von aus­ge­hen, dass we­der die An­zahl der tat­säch­lich In­fi­zier­ten auch nur an­nä­hernd rich­tig er­fasst ist – die Dun­kel­zif­fer dürf­te weit hö­her sein als durch Tests er­mit­telt – noch dass die Ster­be­ur­sa­che ein­wand­frei ge­klärt ist. Ich ge­he von ei­ner min­des­tens dop­pelt so ho­hen An­zahl von In­fi­zier­ten aus und ei­ner halb so ho­hen An­zahl von tat­säch­lich durch Co­vid-19 ver­ur­sach­ten Ster­be­fäl­len [Up­date: Laut Un­ter­su­chun­gen von Pa­tho­lo­gen ist der An­teil der AN Co­ro­na Ver­stor­be­nen aber doch deut­lich hö­her als 50%, im Uni­kli­ni­kum Kiel be­trug er 85%!) [2]. Das er­gä­be dann ei­ne Sterb­lich­keit, die nur noch – bzw. im­mer noch – et­wa vier- bis acht­fach so hoch ist, wie sie bei Grip­pe ge­schätzt wird, in je­dem Fal­le aber deut­lich hö­her als bei ei­ner her­kömm­li­chen Grip­pe.

Die vom Vi­ro­lo­gen Prof. Hen­drik Streeck ge­lei­te­te Heins­berg-Stu­die er­gab ei­ne Ster­be­quo­te von nur 0,37%, je­doch weist sie nach An­sicht vie­ler Ex­per­ten Män­gel ins­be­son­de­re bei der Dun­kel­zif­fer der In­fi­zier­ten auf, die ver­mut­lich deut­lich zu hoch an­ge­setzt wur­de und da­her ei­ne un­rea­lis­ti­sche, im Ver­gleich zu an­de­ren Ana­ly­sen nied­ri­ge­re Ster­be­ra­te er­gab. Auch soll der Be­trach­tungs­zeit­raum zu kurz ge­wählt wor­den sein. Ster­be­fäl­le, die über die­sen Zeit­raum hin­aus er­folg­ten, sol­len nicht be­rück­sich­tigt wor­den sein. Ei­ne wei­te­re Stu­die kommt zu ei­ner Dun­kel­zif­fer, die das 4-fa­che der per Tests iden­ti­fi­zier­ten In­fek­tio­nen be­trägt und da­her zu ei­ner Ster­be­ra­te von 0,76 kommt. Nach der­zei­ti­gem Stand al­ler mir vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen ge­he ich von ei­ner Ster­be­ra­te von deut­lich mehr als 0,5% bis zu 1% der In­fi­zier­ten aus, al­so von ei­ner 5 mal so ho­hen Stre­be­ra­te wie bei ei­ner her­kömm­li­chen Grip­pe.

An­ste­ckungs­ge­fahr

Ein wei­te­res Pro­blem bei Co­vid-19 er­gibt sich dar­aus, dass die An­ste­ckungs­ge­fahr gut 1,5 mal hö­her ein­ge­schätzt wird als bei Grip­pe. Wäh­rend ein Grip­pe-In­fi­zier­ter et­wa 1,3 wei­te­re Men­schen an­ste­cken soll, soll ein Co­ro­na-In­fi­zier­ter et­wa 2,2 Men­schen an­ste­cken. Das könn­te dar­an lie­gen, dass die Her­den­im­mu­ni­tät bei Co­ro­na noch we­sent­lich ge­rin­ger aus­ge­prägt ist als bei Grip­pe, aber auch dar­an, dass bei Co­ro­na be­reits ei­ne ge­rin­ge­re Vi­ren­last zu ei­ner An­ste­ckung füh­ren kann.

Fol­ge- und Lang­zeit­schä­den

So­wohl bei Co­vid-19 wie bei Grip­pe kann ei­ne Er­kran­kung mehr oder min­der schwe­re Fol­ge- und Lang­zeit­schä­den ver­ur­sa­chen. Dass dies nicht nur bei Grip­pe, son­dern auch bei Co­vid-19 der Fall ist, gilt als ge­si­chert, in wel­cher Häu­fig­keit und Schwe­re da­mit zu rech­nen ist, ist der­zeit noch schwer ab­zu­se­hen.

Kei­ne Über­sterb­lich­keit?

Rät­sel scheint die bis­lang im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren aus­blei­ben­de Über­sterb­lich­keit in der Ge­samt-Ster­be­sta­tis­tik auf­zu­ge­ben, die man bei ei­ner ge­fähr­li­chen Pan­de­mie ei­gent­lich er­war­ten wür­de. Da­für gibt es aber plau­si­ble Er­klä­rungs­an­sät­ze: Die Co­ro­na- Pan­de­mie be­gann aus­gangs des Win­ters – kei­ne gu­te Zeit für grip­pear­ti­ge Vi­ren. Wohl auch dank des frü­hen Lock­downs im April und wei­te­rer Vor­sichts­maß­nah­men im Som­mer blieb die Zahl der In­fek­tio­nen im Früh­jahr und Som­mer in Deutsch­land re­la­tiv ge­ring, sie lag bei we­ni­gen hun­dert­tau­send In­fi­zier­ten – durch Tests fest­ge­stellt et­wa 300.000 – und es gab le­dig­lich knapp 10.000 Ster­be­fäl­le, die an­ge­sichts von rund 1 Mio je­des Jahr re­gu­lär zu er­war­ten­den Ster­be­fäl­len kaum ins Ge­wicht fal­len.

Zum Ver­gleich: In ei­ner Grip­pe­sai­son, die meist ein­gangs des Win­ters be­ginnt und im Früh­jahr en­det, in­fi­zie­ren sich bis zu 20 Mio Men­schen in Deutsch­land, et­wa 10 Mio las­sen sich vor Be­ginn der Grip­pe­sai­son imp­fen. Na­he­zu 2/3 der Men­schen ver­fü­gen dem­nach ent­we­der über ein ro­bus­tes Im­mun­sys­tem, sind noch von ei­ner über­wun­de­nen Grip­pe­er­kran­kung in den Vor­jah­ren im­mu­ni­siert oder kom­men mit dem Vi­rus gar nicht in Be­rüh­rung. Bei Co­vid-19 muss man da­von aus­ge­hen, dass es kei­ner­lei Ba­sis-Im­mu­ni­tät durch in ver­gan­ge­nen Jah­ren über­wun­de­ne Co­vid-19 In­fek­tio­nen gibt und sich da­her auch deut­lich mehr als 20 Mio Men­schen an­ste­cken könn­ten, wenn kei­ner­lei Ge­gen­maß­nah­men ge­trof­fen wer­den.

Spa­ni­sche Grip­pe, Asia­ti­sche & Hong­kong Grip­pe

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten  kam es in schwe­re­ren ‘nor­ma­len’ Grip­pe­sai­sons zu bis zu 25.000 To­ten, bei der Asia­ti­schen Grip­pe 1957/58 gab es 30.000 To­te, bei der Hong­kong- Grip­pe En­de der 1960er Jah­re kam es zu ei­ner Über­sterb­lich­keit von 50.000 im Ver­lauf von 1 1/2 Jah­ren.

Die schlimms­te Grip­pe-Pan­de­mie der letz­ten 100 Jah­re, die Spa­ni­sche Grip­pe, for­der­te welt­weit schät­z­un­ge­wei­se zwi­schen 25 Mio und 50 Mio To­te. In Ös­ter­reich wur­de die An­zahl der To­des­op­fer der Spa­ni­schen Grip­pe zwi­schen 1918 und 1920 auf et­wa 20.000 ge­schätzt, was bei ei­ner Ein­woh­ner­zahl von da­mals gut 6 Mio Men­schen in Ös­ter­reich et­wa 250.000 To­des­op­fern in Deutsch­land ent­sprä­che. In ei­ner an­de­ren Un­ter­su­chung ist so­gar von 426.000 Op­fern der Spa­ni­schen Grip­pe im Deut­schen Reich die Re­de. Wäh­rend Me­di­zi­ner bei den ge­sund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen von Spa­ni­scher Grip­pe und Co­vid-19 er­heb­li­che Un­ter­schie­de aus­ma­chen, so könn­ten die Aus­wir­kun­gen, was die Ster­be-Sta­tis­tik an­be­trifft, al­so durch­aus ver­gleich­bar sein, wenn kei­ne Ge­gen­maß­nah­men ge­gen die Co­ro­na- Pan­de­mie ge­trof­fen wer­den.

Prä­ven­ti­ons­pa­ra­do­xon

Im Ver­gleich zum Früh­jahr 2020 droht nun aber die 2. Co­ro­na-Wel­le ein­gangs des Win­ters 2020 sehr mas­siv zu wer­den. Seit Ok­to­ber hat sie in we­ni­gen Wo­chen zur In­fek­ti­on von 1 Mio Men­schen ge­führt, zu­letzt 30.000 pro Tag. Mit dem An­stieg der In­zi­den­zen steigt auch die Über­sterb­lich­keit in der Gra­fik be­reits sicht­bar an. Und der Win­ter ist noch lang. Kä­me es bei Co­vid-19 zu ei­ner Pan­de­mie in der Grö­ßen­or­dung ei­ner Grip­pe, so wä­re al­so mit ei­ner 5 bis 10 mal so ho­hen An­zahl an To­des­op­fern zu rech­nen wie in ei­ner mit­tel­schwe­ren Grip­pe­sai­son, al­so 50.000 bis zu 200.000 To­ten. Auf­grund der nicht exis­ten­ten Her­den­im­mu­ni­tät wä­ren so­gar noch er­heb­lich hö­he­re Op­fer­zah­len mög­lich. Oh­ne ent­spre­chen­de Ge­gen­maß­nah­men könn­te dies dies zu ei­ner Über­sterb­lich­keit von 20%, mög­li­cher­wei­se aber auch 30% und mehr füh­ren. Falls es nicht da­zu kommt, dürf­te das am so­ge­nann­ten ‘Prä­ven­ti­ons­pa­ra­do­xon’ lie­gen, wel­ches be­wirkt, dass ei­ne Ent­wick­lung durch ge­eig­ne­te Ge­gen­maß­nah­men ei­nen an­de­ren Ver­lauf nimmt, als oh­ne die­se Ge­gen­maß­nah­men er­wart­bar ge­we­sen wä­re.

Ist der Lock­down sinn­voll?

In­zwi­schen, Stand Mit­te De­zem­ber 2020, lau­fen die Kran­ken­häu­ser und In­ten­siv­sta­tio­nen voll mit an Co­vid-19 er­krank­ten Pa­ti­en­ten. In ei­ni­gen Kli­ni­ken herrscht be­reits land­un­ter und Pa­ti­en­ten müs­sen in an­de­re Kran­ken­häu­ser ver­legt wer­den. Noch gibt es ins­ge­samt Auf­nah­me­ka­pa­zi­tä­ten, doch sie wer­den knapp, zu­mal an­ge­sichts des Um­stan­des, dass schwer­wie­gen­de Kom­pli­ka­tio­nen zu­meist erst im Ver­lauf ei­ner Er­kran­kung auf­tre­ten, et­wa ab der 3. Wo­che nach ei­ner An­ste­ckung.

Es gibt grund­sätz­lich zwei We­ge, ei­ner Pan­de­mie wie Co­ro­na Herr zu wer­den: Ent­we­der durch mas­si­ve Ver­rin­ge­rung des An­ste­ckungs­ri­si­kos und da­mit der An­ste­ckungs­zah­len durch Maß­nah­men wie MNS (Mund-Na­sen­schutz), Ab­stand, Hy­gie­ne­re­geln, Kon­takt­ver­fol­gung bei An­ste­ckun­gen mit an­schlie­ßen­der Qua­ran­tä­ne der Kon­takt­per­so­nen so­wie Re­du­zie­rung all­täg­li­cher Kon­tak­te bis hin zum Lock­down – oder durch kon­zen­trier­ten Schutz der Ri­si­ko­grup­pen, al­so Schutz von äl­te­ren und al­ten Men­schen so­wie sol­chen mit Vor­er­kran­kun­gen.

Letz­ten En­des wird man sich wohl auf­grund me­di­zi­ni­scher, öko­no­mi­scher, so­zia­ler so­wie po­li­ti­scher Er­for­der­nis­se für ei­ne Misch-Stra­te­gie ent­schei­den müs­sen. Die Pan­de­mie oh­ne jeg­li­che oder nur mit mil­den Ge­gen­maß­nah­men lau­fen zu las­sen, bie­tet zwar den Vor­teil ei­ner frü­hen Her­den­im­mu­ni­tät und ge­rin­ge­rer öko­no­mi­scher und so­zia­ler Ver­wer­fun­gen, führt je­doch zu sehr ho­hen Ster­be­ra­ten und ist so­zi­al wie po­li­tisch kaum durch­zu­hal­ten. Das se­hen wir auch an et­li­chen po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen und Kor­rek­tu­ren die­ser Ta­ge welt­weit. So ge­hen Län­der wie Schwe­den, GB oder die USA, wel­che die Pan­de­mie zu­nächst sehr ent­spannt be­trach­te­ten, nach und nach da­zu über, ih­re Maß­nah­men an­ge­sichts ho­her Ster­be­ra­ten zu ver­schär­fen.

Mund-Na­sen­schutz-Mas­ke

Ein­gangs des Win­ters 2020 ist das Tra­gen von Mund-Na­sen­schutz-Mas­ken in ge­schlos­se­nen öf­fent­li­chen Räu­men wie Ge­schäf­ten, Nah­ver­kehrs­mit­teln oder bei Ver­an­stal­tun­gen in Gast­stät­ten, Hal­len und sons­ti­gen ge­schlos­se­nen Räum­lich­kei­ten selbst­ver­ständ­lich ge­wor­den. Die Ernst­haf­tig­keit beim Um­gang mit die­sem in den ein­fa­chen Aus­füh­run­gen oh­ne­hin nur be­dingt wirk­sa­men Schutz­mit­tel lässt je­doch zu wün­schen üb­rig. Viel­fach wird die Mas­ke sehr läs­sig & lo­cker ge­tra­gen, oft schaut gar die Na­se ober­halb der Mas­ke her­aus.

Da die An­ste­ckung bei Co­vid-19 so­wohl über schwe­re und rasch zu Bo­den sin­ken­de Tröpf­chen als auch über wie ein Ne­bel durch den Raum wa­bern­de Ae­ro­so­le er­folgt, die lan­ge in der Luft schwe­ben, ist es, um die Schutz­wir­kung ei­ner Mas­ke zu nut­zen, er­for­der­lich, dass durch die Mas­ke ge­at­met wird, so dass sie ei­nen Min­dest­schutz vor Tröpf­chen-In­fek­ti­on wie vor Ae­ro­so­len bie­tet. Da­her ist ei­ne Mund- und Na­se be­de­cken­de, eng an­lie­gen­de Mas­ke zu emp­feh­len. FF­P2- Mas­ken sol­len über­dies nicht un­er­heb­lich zum Ei­gen­schutz vor Vi­ren bei­tra­gen.

Up­date 04.02.2021: Ist Mitt­som­mer die Pan­de­mie vor­über?

89% der Co­ro­na-To­ten wa­ren im Al­ter 70+,
über 97% in der Al­ters­grup­pe 60+.

Ver­mut­lich wä­re es die sinn­volls­te Stra­te­gie, auf Bo­ris Pal­mer zu hö­ren und die vul­nera­blen Grup­pen (60+ & Vor­er­krank­te) ef­fek­tiv zu schüt­zen und an­sons­ten die im Ge­gen­satz zu Shut­downs und Lock­downs ver­gleich­bar mil­den AHA-Re­geln an­zu­wen­den, u.U. in Ver­bin­dung mit Hy­gie­ne-Kon­zep­ten. Für die Wirt­schaft stel­len Lock­downs ei­ne enor­me Be­las­tung dar und bei den un­ter-60-Jäh­ri­gen oder zu­min­dest den un­ter-50-Jäh­ri­gen ver­ur­sa­chen die Maß­nah­men und Ein­schrän­kun­gen ins­ge­samt und un­term Strich ge­se­hen ver­mut­lich ten­den­zi­ell hö­he­ren Scha­den als Nut­zen.

Un­ter der Vor­aus­set­zung, dass die zu­letzt ver­stärkt in Er­schei­nung ge­tre­te­nen Mu­ta­tio­nen des SARS-CoV-2-Vi­rus nicht au­ßer Kon­trol­le ge­ra­ten, be­herrsch­bar blei­ben und kei­nen Ga­me-Chan­ger dar­stel­len, könn­te die Pan­de­mie ca. Mitt­som­mer, wenn die Ri­si­ko-Grup­pen durch­ge­impft sind, nach heu­ti­gem Sach- und Er­kennt­nis­stand de fac­to im We­sent­li­chen vor­über sein. In Is­ra­el, den USA & GB und ei­ni­gen an­de­ren Län­dern, die we­sent­lich zü­gi­ger beim Imp­fen sind, ver­mut­lich schon ei­ni­ge Wo­chen oder gar Mo­na­te frü­her.

Links
Fak­ten­fuchs: War­um Co­vid-19 ge­fähr­li­cher ist als Grip­pe (BR)
RKI Co­ro­na La­ge­be­richt 15.12.2020 (RKI)
Rich­ter nennt Lock­down “ka­ta­stro­pha­le Fehl­ent­schei­dung” (Fo­cus)

Ti­tel­bild: NI­AID, CC BY 2.0, via Wi­ki­me­dia Com­mons

2 Kommentare zu "Co­vid-19 / Co­ro­na ge­fähr­lich wie die Spa­ni­sche Grip­pe?"

  1. Da­zu mal ein Netz­fund:

    Das neue Io­an­n­i­dis-Pa­per ist na­tür­lich wie­der to­ta­ler Schrott, wie al­les, was er seit ei­nem Jahr über Co­ro­na ver­öf­fent­lich. Sein wich­tigs­ter Trick ist, dass er lau­ter nichtre­prä­sen­ta­ti­ve klei­ne Fit­zel­stu­di­en (z. B. von Blut­spen­dern oder aus Ent­wick­lungs­län­dern) in sei­ne Me­ta-Ana­ly­sen auf­nimmt, wel­che die IFR mas­siv un­ter­schät­zen und gleich­zei­tig sehr gro­ße Stu­di­en mit so­li­dem De­sign aus der west­li­chen Welt, die viel hö­he­re IFRs zei­gen, un­ter fa­den­schei­ni­gen Vor­wän­den aus­schließt. Ne Rei­he der Schrott­stu­di­en, auf die Io­an­n­i­dis sich stützt, hat­ten der­ma­ßen nied­ri­ge IFRs be­rich­tet, dass sie in Kom­bi­na­ti­on mit den ak­tu­el­len To­des­zah­len im­pli­zie­ren, dass sich weit über 100 % der Be­völ­ke­rung an­ge­steckt ha­ben müss­ten. Es gibt über ein Dut­zend Re­gio­nen und so­gar 2 gan­ze Län­der, in de­nen 0,3 bis 1,2 % der kom­plet­ten Be­völ­ke­rung an ei­ner SARS-CoV-2-In­fek­ti­on ge­stor­ben sind. Ei­ne Le­ta­li­tät von 0,15 % wür­de be­deu­ten, dass sich dort 2 bis 8 Mal mehr Men­schen an­ge­steckt ha­ben müss­ten, als es über­haupt gibt. Da­mit hat Io­an­n­i­dis schein­bar kein Pro­blem. Statt­des­sen greift er im An­hang sei­ne be­kann­tes­ten Kri­ti­ker auch noch per­sön­lich un­ter der Gür­tel­li­nie an. So­was in ner wis­sen­schaft­li­chen Stu­die ist echt un­glaub­lich.

    Hier ein aus­führ­li­cher Ta­ke­down:
    https://​thre​adre​a​derapp​.com/​t​h​r​e​a​d​/​1​3​7​5​9​3​5​3​8​2​1​3​9​8​3​4​3​7​3​.​h​tml

    Seit Be­ginn der Co­ro­na­kri­se tut Io­an­n­i­dis al­les, um wei­te­re Bei­spie­le für sei­ne be­rühm­tes­te The­se („most pu­blis­hed re­se­arch is fal­se“) zu lie­fern. Zur Er­in­ne­rung: Im März 2020 hat Io­an­n­i­dis noch mit 10.000 Co­ro­na­to­ten für die USA ge­rech­net. Selbst An­fang April 2020 hat er noch ma­xi­mal 40.000 ver­spro­chen. Ak­tu­ell sind es 550.000. SELBST JETZT stützt er sich bei sei­nem neu­en Pa­per im­mer noch auf IFR-Stu­di­en, die ma­xi­mal 40.000 To­te für die USA vor­her­sa­gen, al­so be­reits heu­te um mehr als das Zehn­fa­che durch die Rea­li­tät wi­der­legt wor­den sind. Wie kann man so­was noch ernst neh­men?

    Im De­zem­ber 2020 ist ne rich­tig kras­se Me­ta­stu­die raus­ge­kom­men, die 1.153 Stu­di­en zum The­ma Le­ta­li­tät und IFR von SARS-CoV-2 aus­ge­wer­tet und da­bei su­per stren­ge Qua­li­täts­kri­te­ri­en an­ge­wen­det hat. Bei Seroprä­va­lenz­stu­di­en gibt es ne gan­ze Rei­he von Feh­ler­quel­len und Fall­stri­cke, die man aus­schlie­ßen muss, um kein ver­zerr­tes Er­geb­nis zu be­kom­men. Da­zu ge­hö­ren z. B.:
    – Schlech­te An­ti­kör­per­tests aus dem Früh­jahr, die vie­le fal­sche Er­geb­nis­se lie­fer­ten
    – Kei­ne Re­prä­sen­ta­ti­vi­tät der ge­tes­te­ten Grup­pe, z. B. Blut­spen­der oder me­di­zi­ni­sches Per­so­nal
    – „Right Cen­so­ring“: Wenn To­des­fäl­le auf­grund zu en­ger Dead­lines bei der Da­ten­auf­nah­me nicht be­rück­sich­tigt wur­den. Dies war z. B. auch ein De­si­gn­feh­ler bei Streecks Heins­berg­stu­die, wo fast dop­pelt so vie­le In­fi­zier­te an Co­vid-19 ge­stor­ben sind, als Streeck in sei­ner zu en­gen Dead­line auf­ge­nom­men hat­te. Dem­entspre­chend ist die Le­ta­li­tät in Wahr­heit auch fast dop­pelt so hoch, wie von Streeck be­rich­tet.

    Auf­grund gra­vie­ren­der me­tho­di­scher Män­gel wur­den da­her di­rekt mal über 1.000 der 1.153 Stu­di­en von der Ana­ly­se aus­ge­schlos­sen, u. a. auch Streecks Heins­berg­stu­die.

    Das ist bis da­to qua­si das letz­te Wort in Sa­chen Sterb­lich­keit, ge­nau­er kann man das kaum be­stim­men. Er­geb­nis­se:
    – Glo­bal liegt die In­fek­ti­ons­sterb­lich­keit bei 0,68 %.
    – In den USA liegt die In­fek­ti­ons­sterb­lich­keit von SARS-CoV-2 bei 0,8 % und ist da­mit 16 Mal hö­her als die der sai­so­na­len Grip­pe.
    – Wo im­mer es IFR-Un­ter­schie­de zwi­schen ver­schie­de­nen Po­pu­la­tio­nen, Re­gio­nen oder Län­dern gab, ist das fast voll­stän­dig durch das Al­ter der In­fi­zier­ten zu er­klä­ren. Wenn man ei­ne Gra­fik mit dem Al­ter von In­fi­zier­ten und der lo­ga­rith­mier­ten In­fek­ti­ons­sterb­lich­keit er­stellt, er­gibt das fast ei­ne per­fek­te Ge­ra­de, und zwar über al­le un­ter­such­ten Län­der hin­weg. Da die Be­völ­ke­rung Eu­ro­pas äl­ter als die der USA ist, soll­te die IFR hier hö­her sein.
    https://​pubmed​.nc​bi​.nlm​.nih​.gov/​3​3​2​8​9​9​00/

    Das Pre­print der Stu­die hat­te John Io­an­n­i­dis ge­le­sen und weil ihm das Er­geb­nis nicht pass­te, hat er in­ner­halb we­ni­ger Ta­ge mit hei­ßer Na­del und oh­ne Co-Au­to­ren ei­ne Ge­gen­stu­die zu­sam­men­ge­zim­mert, um die IFR er­neut her­un­ter­zu­ma­ni­pu­lie­ren. Haupt­säch­lich tut er dies durch die Stu­di­en­aus­wahl, z. B. zi­tiert er wie­der sei­ne ei­ge­nen längst wi­der­leg­ten Schrott­stu­di­en aus dem Früh­jahr. Auch Streecks Heins­berg­stu­die, die an bes­se­ren Qua­li­täts­kri­te­ri­en schei­tert, kommt in Io­an­n­i­dis’ Aus­wahl.

    Um die IFR her­un­ter­zu­ma­ni­pu­lie­ren, zi­tiert Io­an­n­i­dis lau­ter un­brauch­ba­re Seroprä­va­lenz­stu­di­en von An­fang des Jah­res 2020, die nicht mal nied­rigs­ten Qua­li­täts­stan­dards ge­nü­gen. Da­bei ver­stößt er re­gel­mä­ßig grob ge­gen die PRIS­MA-Richt­li­ni­en für Me­ta-Ana­ly­sen, die er einst selbst mit­ver­fasst hat­te. Dann zi­tiert Io­an­n­i­dis bei di­ver­sen Stu­di­en ein­fach kom­plett fal­sche Zah­len. Z. B. hat­ten bei ei­ner Stu­die mit Blut­spen­dern in Rho­de Is­land 0,6 % An­ti­kör­per, aber Io­an­n­i­dis schreibt ein­fach so, es wä­ren 3,9 % ge­we­sen.
    https://​twit​ter​.com/​G​i​d​M​K​/​s​t​a​t​u​s​/​1​2​6​2​9​5​6​0​1​1​8​7​2​2​8​0​577

    Die WHO hat­te Io­an­n­i­dis’ vor­letz­te Stu­die da­mals in ih­rem Bul­le­tin ver­öf­fent­licht, was aber nichts hei­ßen muss. Die WHO pu­bli­ziert Tau­sen­de Stu­di­en in ih­rem Bul­le­tin. Das be­deu­tet nicht, dass sie sich die Er­geb­nis­se zu ei­gen macht. Die WHO schreibt wört­lich:

    „Das Bul­le­tin der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on wur­de von der WHO als ein Fo­rum für Ex­per­ten im Be­reich der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit ge­schaf­fen, um ih­re Er­geb­nis­se zu ver­öf­fent­li­chen, ih­re An­sich­ten zu äu­ßern und ein brei­te­res Pu­bli­kum für kri­ti­sche Fra­gen der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit zu ge­win­nen. Folg­lich ent­spre­chen die von den Ver­fas­sern auf die­sen Sei­ten ge­äu­ßer­ten An­sich­ten nicht un­be­dingt den An­sich­ten der WHO.“
    https://​www​.wat​son​.ch/​w​i​s​s​e​n​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​/​6​8​2​0​9​4​0​9​2​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​s​t​u​d​i​e​-​z​u​r​-​s​t​e​r​b​l​i​c​h​k​e​i​t​-​s​o​r​g​t​-​f​u​e​r​-​w​i​r​bel

    Tat­säch­lich ver­ste­hen die WHO-Ex­per­ten na­tür­lich, dass Io­an­n­i­dis’ Me­tho­den frag­wür­dig und sei­ne Stu­di­en­er­geb­nis­se da­her nicht viel wert sind. Des­halb geht die WHO selbst, in Über­ein­stim­mung mit der oben ver­link­ten Ana­ly­se von Le­vin et al., wei­ter­hin von ei­ner glo­ba­len IFR von 0,5 bis 1,0 % aus, wo­bei ih­re wahr­schein­lichs­te Schät­zung 0,6 % be­trägt und die Sterb­lich­keit in äl­te­ren Ge­sell­schaf­ten wie Eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka aber viel hö­her als im glo­ba­len Durch­schnitt ist.
    https://​twit​ter​.com/​D​r​E​r​i​c​D​i​n​g​/​s​t​a​t​u​s​/​1​2​9​0​5​9​2​9​8​3​1​9​7​3​8​4​708
    https://​www​.who​.int/​n​e​w​s​-​r​o​o​m​/​c​o​m​m​e​n​t​a​r​i​e​s​/​d​e​t​a​i​l​/​e​s​t​i​m​a​t​i​n​g​-​m​o​r​t​a​l​i​t​y​-​f​r​o​m​-​c​o​v​i​d​-19
    https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/virtual-press-conference—2-july—update-on-covid-19-r-d.pdf

  2. Nach­trag: Zu ei­ner deut­lich ab­wei­chen­den Ein­schät­zung hin­sicht­lich der Ster­be­ra­te kommt der ‘Top Me­di­zin Wis­sen­schaft­ler’ John Io­an­n­i­dis. Er geht von ei­ner Ster­be­ra­te von nur 0,125% aus, al­so et­wa ver­gleich­bar mit der her­kömm­li­chen ‘nor­ma­len’ Grip­pe.

    Die Knack­punk­te in der De­bat­te sind of­fen­bar die (Dun­kel­zif­fer) der tat­säch­lich In­fi­zier­ten so­wie die (Dun­kel­zif­fer) der tat­säch­li­chen To­des-Ur­sa­che, al­so der tat­säch­lich ‘AN’ und nicht nur ‘MIT’ Co­ro­na Ver­stor­be­nen.

    “Der welt­weit füh­ren­de Me­di­zin-Wis­sen­schaft­ler Stan­ford Pro­fes­sor John Io­an­n­i­dis hat sich wie­der mit ei­nem Ar­ti­kel zu Wort ge­mel­det, dies­mal um Eu­ro­pean Jour­nal of Cli­ni­cal In­ves­ti­ga­ti­on. Ver­öf­fent­licht in der Wi­ley On­line Li­bra­ry. Io­an­n­i­dis war der Ers­te, der Mit­te März schon ei­ne kor­rek­te Ab­schät­zung der In­fek­ti­ons­sterb­lich­keit IFR vor­ge­legt hat­te – da­mals 0,125% – die jetzt auch durch die WHO Zah­len be­stä­tigt wur­de. Er gibt nun ei­nen Über­blick über das bis­he­ri­ge Wis­sen und was wir wei­ter­hin er­war­ten kön­nen.”

    Top Me­di­zin Wis­sen­schaft­ler John Io­an­n­i­dis zieht Co­ro­na Bi­lanz
    https://​tkp​.at/​2​0​2​0​/​1​0​/​1​3​/​t​o​p​-​m​e​d​i​z​i​n​-​w​i​s​s​e​n​s​c​h​a​f​t​l​e​r​-​j​o​h​n​n​-​i​o​a​n​n​i​d​i​s​-​z​i​e​h​t​-​c​o​r​o​n​a​-​b​i​l​a​nz/

    For­scher: Co­ro­na-To­des­ra­te ist wahr­schein­lich ge­rin­ger als 0,2 Pro­zent
    https://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​-​o​e​k​o​l​o​g​i​e​/​f​o​r​s​c​h​e​r​-​c​o​r​o​n​a​-​s​t​e​r​b​l​i​c​h​k​e​i​t​-​b​e​t​r​a​e​g​t​-​0​2​3​-​p​r​o​z​e​n​t​-​l​i​.​1​1​1​917

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