Ethi­scher Rea­lis­mus und Mi­gra­ti­on

Re­al­po­li­tik und Ver­ant­wor­tungs­ethik

An­spruch und Wirk­lich­keit: Fak­ten zur Ar­mut in der Welt

Kann Mi­gra­ti­on das Ar­muts­pro­blem lö­sen? ‘Nein’, sagt Roy Beck von ‘num​bers​.org’.

3 Mrd Men­schen le­ben nach De­fi­ni­ti­on und Be­rech­nung der Welt­bank in bit­ters­ter Ar­mut und müs­sen mit we­ni­ger als 2 USD pro Tag aus­kom­men: 650 Mio in Afri­ka, 2,2 Mrd in Asi­en und 105 Mio in La­tein­ame­ri­ka. 5,6 Mrd Men­schen le­ben in Län­dern, in de­nen die Men­schen ein ge­rin­ge­res Durch­schnitts­ein­kom­men ha­ben als in Me­xi­ko, dem Land, aus dem die meis­ten Ein­wan­de­rer in die USA stam­men. 80 Mio wei­te­re, meist bit­ter ar­me Men­schen kom­men in die­sen Län­dern auf­grund ho­her Ge­bur­ten­ra­ten jähr­lich hin­zu. Ein­wan­de­rung ma­che kei­nen Sinn, nur Hil­fe vor Ort kön­ne hel­fen, meint Roy Beck von num​bers​.org.

Hin­zu­fü­gen soll­te man, dass Hil­fe vor Ort na­tür­lich ne­ben ei­ner fai­ren Han­dels­po­li­tik, die den Staa­ten der Drit­ten Welt ei­ne gu­te Per­spek­ti­ve auf wirt­schaft­li­ches Wohl­er­ge­hen bie­tet, ei­ne ak­ti­ve und en­ga­gier­te Frie­dens­po­li­tik vor­aus­setzt statt ei­ne auf wirt­schaft­li­chen, geo­po­li­ti­schen oder sons­ti­gen In­ter­es­sen be­ru­hen­de Kriegs- und In­ter­ven­ti­ons­po­li­tik u.a. mit dem Ziel von Re­gime Chan­ges, zu­mal wenn man für die Zeit da­nach nicht ein­mal ei­ne rea­lis­ti­sche Per­spek­ti­ve hat, wie das bei­spiels­wei­se in Af­gha­nis­tan, im Irak oder in Li­by­en der Fall war und al­ler Vor­aus­sicht nach auch in Sy­ri­en wie­der der Fall ist.

Be­völ­ke­rungs­ent­wi­ckung der ver­gan­ge­nen 2.000 Jah­re (Ani­ma­ti­on ab 1:18 min)

Auch das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum in der Drit­ten Welt ist ein rie­si­ges Pro­blem. In Afri­ka ist die Zahl der Ein­woh­ner seit dem 2. Welt­krieg um fast das 5-fa­che von 250 Mio auf ca. 1,2 Mrd an­ge­wach­sen und bis zur Jahr­hun­dert­wen­de 2100 wird ei­ne wei­te­re Ver­drei­fa­chung pro­gnos­ti­ziert. Hier sind zu­vor­derst die Staa­ten selbst in der Ver­ant­wor­tung, Lö­sun­gen zu ent­wi­ckeln.

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Mi­gra­ti­on und Asyl: Der Stand der Din­ge

60 Mio Men­schen welt­weit be­fin­den sich auf der Flucht, 630 Mio wol­len aus­wan­dern oder sit­zen schon auf ‘ge­pack­ten Kof­fern’. 800 Mio Men­schen hun­gern oder lei­den an Un­ter­ernäh­rung, 9 Mio ster­ben dar­an pro Jahr. Wie­vie­le da­von kön­nen und wol­len die rei­chen Län­der auf­neh­men?

Der­zeit wer­den in Deutsch­land jähr­lich rea­lis­tisch ge­schätzt min­des­tens 40 Mrd EUR  für 1,5 bis 2 Mio meist jun­ge, männ­li­che Im­mi­gran­ten auf­ge­wandt. Geld, das für nach­hal­ti­ge, struk­tu­rel­le Hil­fe vor Ort oder gar für ei­nen ‘Mar­shall­plan’ für zig Mil­lio­nen Fa­mi­li­en nicht mehr zur Ver­fü­gung steht. Bis­lang galt in al­len mensch­li­chen Ge­sell­schaf­ten in Not­zei­ten stets das Prin­zip: Frau­en und Kin­der zu­erst. Denn Frau­en und Kin­der sind Glück und Zu­kunft ei­ner Ge­sell­schaft. Sie sind der Nek­tar ei­ner Ge­sell­schaft, ihr kost­bars­tes, zu­gleich aber auch ver­letz­lichs­tes Gut. Die deut­sche Flücht­lings­po­li­tik hin­ge­gen funk­tio­niert nach dem so­zi­al­dar­wi­nis­ti­schen Prin­zip des ‘Sur­vi­val of the fit­test’: Wer über die nö­ti­gen Mit­tel, Be­zie­hun­gen und Hart­nä­ckig­keit ver­fügt, kräf­tig ge­nug ist und durch­kommt, wird mit ho­hem Auf­wand – bei auf­grund feh­len­der Qua­li­fi­ka­tio­nen al­ler Art zu­meist ge­rin­gen be­ruf­li­chen wie ge­sell­schaft­li­chen Per­spek­ti­ven (sie­he Sei­te 3) – ver­sorgt, den Rest bei­ßen die Hun­de. Ist das Hu­ma­nis­mus im Sin­ne des Ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tivs, ein Han­deln al­so, des­sen Ma­xi­me Grund­la­ge ei­ner all­ge­mei­nen Ge­setz­ge­bung sein soll­te?

Da­bei wer­den nicht ein­mal die Hälf­te der Asyl­an­trä­ge vom Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) als be­rech­tigt an­er­kannt. So­gar die EU räumt ein, dass 60% der Mi­gran­ten kei­ne Flücht­lin­ge sind und kei­nen An­spruch auf Asyl ha­ben. In Ita­li­en sol­len laut Epoch Times nach An­ga­ben der UN so­gar nur 3% der übers Mit­tel­meer kom­men­den Mi­gran­ten ei­nen Sta­tus als Flücht­ling zu­ge­spro­chen be­kom­men.

Die Pra­xis, auch ab­ge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern ein Blei­be­recht zu ge­wäh­ren, die im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich groß­zü­gi­gen Geld- und Sach­leis­tun­gen so­wie die häu­fig mil­de Be­ur­tei­lung von Straf­ta­ten macht Deutsch­land zu ei­nem Ma­gne­ten und Sam­mel­be­cken für im­mer mehr Aben­teu­rer und Glücks­rit­ter aus al­ler Welt. Dass Po­li­tik und Staats­me­di­en sich strikt wei­gern, ei­nen Un­ter­schied zu ma­chen zwi­schen Flücht­lin­gen, die auf­grund von Krieg oder in­di­vi­du­el­ler Ver­fol­gung kom­men und meist jun­gen, männ­li­chen Mi­gran­ten mit oft­mals ganz an­de­ren Mo­ti­ven, son­dern al­le über ei­nen Kamm sche­ren und pau­schal als Schutz­be­dürf­ti­ge be­zeich­nen, auf der an­de­ren Sei­te aber ger­ne Ein­wan­de­rungs­kri­ti­kern Ras­sis­mus und Pau­scha­li­sie­rung vor­wer­fen, wenn die­se dann eben­falls ver­all­ge­mei­nern, führt zu im­mer mehr Kon­fu­si­on in der De­bat­te und all­ge­mei­ner Ver­un­si­che­rung in wei­ten Tei­len der Be­völ­ke­rung. Zu­mal die Bür­ger im­mer häu­fi­ger Op­fer von Kri­mi­na­li­tät und Ge­walt über Ein­bruch und Stra­ßen­raub bis hin zu Ver­ge­wal­ti­gung, Tot­schlag und Ter­ror wer­den. Auf­grund der ver­än­der­ten Si­cher­heits­la­ge mei­den in­zwi­schen nicht nur vie­le Frau­en we­sent­li­che Tei­le des öf­fent­li­chen Rau­mes.

In ei­nem in­ter­nen Pa­pier der Bun­des­re­gie­rung heißt es im März 2017: ‘In Deutsch­land kom­men täg­lich 500 ir­re­gu­lä­re Mi­gran­ten an.’ Al­lein das wä­ren aufs Jahr hoch­ge­rech­net über 180.000 Men­schen. Ent­wick­lungs­hil­fe­mi­nis­ter Mül­ler rech­net für die­ses Jahr mit 300.000 bis 400.000 Mit­tel­meer­flücht­lin­gen. Es könn­ten aber auch er­heb­lich mehr wer­den. Die meis­ten da­von wer­den ver­mut­lich über kurz oder lang in Deutsch­land lan­den, da hier die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen am üp­pigs­ten sind. Und der Som­mer hat noch nicht ein­mal be­gon­nen…

Flücht­lings­kri­se: Mit­ten­drin statt schon vor­bei

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1 Kommentar zu "Ethi­scher Rea­lis­mus und Mi­gra­ti­on"

  1. Das Er­geb­nis neo­li­be­ra­ler Po­li­tik ist im­mer das glei­che, wie schon bei der Ban­ken­kri­se ge­se­hen: Die Ge­win­ne wer­den pri­va­ti­siert, die Kos­ten, Las­ten und Ver­lus­te der All­ge­mein­heit auf­ge­bür­det, al­len vor­an den so­zi­al Schwa­chen und Be­zie­hern klei­ner und mitt­le­rer Ein­kom­men, die nun un­ver­se­hens mit den Mi­gran­ten im Wett­be­werb um Woh­nun­gen, Ar­beits­plät­ze und So­zi­al­leis­tun­gen ste­hen.

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