Flug­blät­ter der Wi­der­stands­grup­pe ‘Wei­ße Ro­se’

Wei­ße Ro­se

Text über­nom­men aus Wi­ki­pe­dia

Wei­ße Ro­se nann­te sich ei­ne in ih­rem Kern von Stu­den­ten do­mi­nier­te, sich we­sent­lich auf christ­li­che und hu­ma­nis­ti­sche Wer­te aus der Tra­di­ti­on der bün­di­schen Ju­gend be­ru­fen­de deut­sche Wi­der­stands­grup­pe ge­gen die Dik­ta­tur des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus. Sie ent­stand in der Zeit des Zwei­ten Welt­kriegs auf In­itia­ti­ve ei­nes Freun­des­krei­ses um Hans Scholl und Alex­an­der Schmo­rell ab Ju­ni 1942 in Mün­chen. Zwi­schen En­de Fe­bru­ar und April 1943 wur­de sie mit der Ent­tar­nung, Ver­haf­tung und schließ­lich der Hin­rich­tung ih­rer prä­gen­den Mit­glie­der nach – heu­te als rechts­wid­rig gel­ten­den – To­des­ur­tei­len des Volks­ge­richts­ho­fes un­ter dem Vor­sitz Ro­land Freis­lers zer­schla­gen.

Die Grup­pe ver­fass­te, druck­te und ver­teil­te auf ver­schie­de­nen klan­des­ti­nen Ver­brei­tungs­we­gen zu­nächst in der Re­gi­on Mün­chen selbst, spä­ter über Ku­rie­re auch in ei­ni­gen an­de­ren Städ­ten des Deut­schen Rei­ches – vor al­lem in Süd­deutsch­land – ins­ge­samt sechs Flug­blät­ter in un­ter­schied­li­cher, ten­den­zi­ell stei­gen­der Auf­la­ge von zu­letzt bis zu 9000 Ex­em­pla­ren. In die­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen the­ma­ti­sier­ten sie Ver­bre­chen des Re­gimes und rie­fen zum Wi­der­stand ge­gen den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus auf. In der Schluss­pha­se ih­res Be­stehens ver­such­te die Wei­ße Ro­se über Falk Har­nack ih­re Kon­tak­te zu wei­te­ren Wi­der­stands­grup­pen bis in die Reichs­haupt­stadt Ber­lin und zu sys­temop­po­si­tio­nel­len Krei­sen der Wehr­macht aus­zu­wei­ten. Nach dem En­de der Schlacht von Sta­lin­grad be­mal­ten ih­re Mit­glie­der in nächt­li­chen Ak­tio­nen zu­sätz­lich auch öf­fent­li­che Fas­sa­den in Mün­chen mit Pa­ro­len ge­gen Hit­ler und die NS-Herr­schaft.

Bis in die Ge­gen­wart gilt die Wei­ße Ro­se als be­kann­tes­tes und sym­bol­ge­ben­des Bei­spiel für den stu­den­tisch-bür­ger­li­chen Wi­der­stand ge­gen das NS-Re­gime in­ner­halb Deutsch­lands; in ei­nem dar­über hin­aus­ge­hen­den Sinn steht sie für mo­ra­li­sche Lau­ter­keit, Mut (Zi­vil­cou­ra­ge) und Op­fer­be­reit­schaft im Ein­satz für hu­ma­nis­tisch-de­mo­kra­ti­sche Idea­le vor dem Hin­ter­grund ei­ner to­ta­li­tä­ren Dik­ta­tur.

[…]

Mit­glie­der

Den in­ne­ren Kreis der Wei­ßen Ro­se bil­de­ten die bei­den Ge­schwis­ter Hans und So­phie Scholl, Alex­an­der Schmo­rell, Chris­toph Probst, Wil­li Graf so­wie der Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor Kurt Hu­ber.

Dar­über hin­aus sind der Wei­ßen Ro­se wei­te­re Mit­ar­bei­ter und Un­ter­stüt­zer zu­zu­rech­nen, von de­nen ei­ni­ge auch nach der Ver­haf­tung der Ge­schwis­ter Scholl und de­ren Freun­de an Ak­tio­nen der Wei­ßen Ro­se oder ähn­li­cher Grup­pen in an­de­ren Uni­ver­si­täts­städ­ten teil­nah­men. Zu ih­nen ge­hör­ten Trau­te Laf­renz, Hans Con­rad Lei­pelt, Ma­rie-Lui­se Jahn, Hans Hir­zel, Su­san­ne Hir­zel, Heinz Bren­ner, Franz J. Mül­ler, Eu­gen Grim­min­ger, Jür­gen Wit­ten­stein, Li­lo Ram­dohr, Gi­se­la Schert­ling und der spä­ter auch als Re­gis­seur be­kannt ge­wor­de­ne Falk Har­nack. Hin­zu ka­men Ha­rald Dohrn, der Schwie­ger­va­ter von Chris­toph Probst, der Ar­chi­tekt Man­fred Ei­cke­mey­er, in des­sen Ate­lier sich die Wei­ße Ro­se traf, der Kunst­ma­ler Wil­helm Gey­er, der Ei­cke­mey­ers Ate­lier mie­te­te und Hans Scholl den Schlüs­sel zu den Räu­men über­ließ, so­wie der Buch­händ­ler Jo­sef Söhn­gen, des­sen Kel­ler als Ver­steck für die Flug­blät­ter dien­te.

Au­ßer­dem gab es ein grö­ße­res Um­feld von Un­ter­stüt­zern, wie et­wa die Brü­der Wil­helm und Hein­rich Bol­lin­ger, Ru­dolf Alt, Hel­mut Bau­er, Au­gust Sahm, Hell­mut Har­tert, Mi­cha­el Brink (Emil Piep­ke), Li­lo Drey­feldt, Hu­bert Furt­wäng­ler, Wer­ner Ber­gen­gru­en, Jo­sef Furt­mei­er, Fritz Leist, Gün­ter Am­mon, Fred Thie­ler, Kurt Hu­ber u. v. a. Meh­re­re Mit­glie­der ka­men aus der Bün­di­schen Ju­gend, so aus der dj.1.11, dem Bund Neu­deutsch­land oder dem Grau­en Or­den. In Ber­lin wur­den Flug­blät­ter von der Grup­pe On­kel Emil ver­brei­tet, in Ham­burg hat­ten sich Stu­den­ten (ein „Kreis von 50 ak­ti­ven Per­so­nen“, zu de­nen auch Hans Lei­pelt ge­hör­te und von de­nen im Spät­herbst 30 ver­haf­tet wurden[1]) um Heinz Ku­ch­ar­ski und Mar­ga­re­tha Ro­the zu ei­ner Grup­pe zu­sam­men­ge­fun­den, die nach 1945 als Wei­ße Ro­se Ham­burg be­zeich­net wur­de.

Her­kunft und Mo­ti­ve

Der Wi­der­stand be­stimm­ter Mit­glie­der des stu­den­ti­schen Freun­des­krei­ses um die Wei­ße Ro­se war in star­kem Ma­ße christ­lich mo­ti­viert. So wuch­sen z. B. von der spä­ter als „Ul­mer Ab­itu­ri­en­ten“ be­zeich­ne­ten Gruppe,[2] die zum Sym­pa­thi­san­ten­kreis der Wei­ßen Ro­se ge­hör­te, Hans und Su­san­ne Hir­zel in ei­nem evan­ge­li­schen Pfarr­haus auf; ihr Va­ter ge­hör­te der Be­ken­nen­den Kir­che an. Franz J. Mül­ler, Hein­rich Gu­ter, Heinz Bren­ner und Wal­ter Het­zel wa­ren ka­tho­lisch und gin­gen in ei­nen frei­wil­li­gen Re­li­gi­ons­un­ter­richt, nach­dem der re­gu­lä­re in Schul­räu­men 1941 ver­bo­ten wor­den war. Die­ser wur­de er­teilt von Adolf Ei­se­le, ei­nem Pa­ter des Mis­si­ons­or­dens der Wei­ßen Vä­ter, der an­ti­na­tio­nal­so­zia­lis­tisch ein­ge­stellt war.[3] Er un­ter­rich­te­te z. B. mit Tex­ten von Tho­mas von Aquin und dis­ku­tier­te mit den Ju­gend­li­chen kri­ti­sche Tex­te wie z. B. die ge­gen die NS-Eu­tha­na­sie ge­rich­te­ten Pre­dig­ten des Müns­te­ra­ner Bi­schofs Cle­mens Au­gust von Ga­len und ein Pro­test­schrei­ben von Ga­lens an die Reichskanzlei.[4] Alex­an­der Schmo­rell ge­hör­te der rus­sisch-or­tho­do­xen Kir­che an. Hans und So­phie Scholl wur­den christ­lich und mit Idea­len wie Frei­heit, Ge­rech­tig­keit und Selbst­stän­dig­keit er­zo­gen und wa­ren des­halb em­pört über die De­por­ta­ti­on und Be­hand­lung so­wohl von Ju­den als auch von Re­gime­geg­nern. Au­ßer­dem wa­ren sie durch die Fröm­mig­keit ih­rer Mut­ter ge­prägt. Die Be­schäf­ti­gung mit Li­te­ra­tur, Kunst und Mu­sik war ein selbst­ver­ständ­li­cher Teil ih­rer Kind­heit. Hans Scholl, Alex­an­der Schmo­rell und Wil­li Graf hat­ten 1942 bei ih­rem Front­ein­satz von Mas­sen­er­mor­dun­gen in Po­len er­fah­ren und das Elend im War­schau­er Ghet­to be­ob­ach­tet, was sie nach ih­rer Rück­kehr nach Deutsch­land zu­sätz­lich zum Wi­der­stand be­weg­te.

[…] »Wei­ter­le­sen auf Wi­ki­pe­dia

Das Grab von So­phie & Hans Scholl und Chris­toph Probst auf dem Münch­ner ‘Fried­hof am Per­la­cher Forst’

Quel­len:
- ‘Wir sind eu­er bö­ses Ge­wis­sen’ – Die Flug­blät­ter der Wei­ßen Ro­se (bpb)
– In­fo- Text ‘Wei­ße Ro­se’ über­nom­men aus Wi­ki­pe­dia (2018–10-02), ge­mäß „Crea­ti­ve Com­mons Attribution/​Share Ali­ke“- Li­zenz

Bild vom Grab der Ge­schwis­ter Scholl und Hans Probst:
By Ru­fus46 [GFDL or CC BY-SA 3.0 ], from Wi­ki­me­dia Com­mons

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