Geo­po­li­tik: Die Glo­ba­li­sie­rung als Schlüs­sel der welt­wei­ten US-Do­mi­nanz

[Gast­bei­trag] Ken­nen Sie Tho­mas P.M. Bar­nett? Ei­nen US-ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär- Geo­stra­te­gen, der mit sei­ner geo­po­li­ti­schen Theo­rie des “Func­tio­n­ing Co­re (Funk­tio­nie­ren­der Kern)“ und des “Non-In­te­gra­ting Gap (Nicht-in­te­grier­ba­re Lü­cke)“ seit ca. 2003 als neu­er Star am Fir­ma­ment der Geo­stra­te­gen gilt?

Bar­nett hat un­ter an­de­rem in Po­lit­wis­sen­schaf­ten an der Har­vard Uni­ver­si­ty pro­mo­viert und war von 1998 bis 2004 Se­ni­or Stra­te­gic Re­se­ar­cher und Pro­fes­sor am War­fa­re Ana­ly­sis & Re­se­arch De­part­ment, Cen­ter for Na­val War­fa­re Stu­dies, U.S. Na­val War Col­le­ge in New­port, Rho­de Is­land.

Er ver­öf­fent­lich­te bis­lang drei Bü­cher zu sei­ner Theo­rie:

The Pentagon’s New Map (2004)
Blue­print for Ac­tion (2005)
Gre­at Powers: Ame­ri­ca and the World af­ter Bush (2009)

die al­le drei bis­lang nicht ins Deut­sche über­setzt wer­den durf­ten. [Anm. Zwie­denk: Zwei da­von in­zwi­schen schon, s.u. ‘Quel­len’]

Tho­mas Bar­netts zen­tra­le The­se sei­ner geo­po­li­ti­schen Theo­rie be­sagt, dass die Ver­bin­dun­gen, die die Glo­ba­li­sie­rung zwi­schen den Län­dern (ein­schließ­lich der Netz­werk­ver­bin­dun­gen, Fi­nanz­trans­ak­tio­nen und Me­di­en­strö­me) schaf­fen, gleich­be­deu­tend bzw. gleich zu set­zen sind mit den Ver­bin­dun­gen zu den Län­dern mit sta­bi­len Re­gie­run­gen, mit ei­nem stei­gen­den Le­bens­stan­dard und mit “ei­ner hö­he­ren An­zahl an To­des­fäl­len durch Selbst­mord als durch Mord”. Die­se Län­der bil­den den Funk­tio­nie­ren­den Kern. Die­se Re­gio­nen ste­hen im Kon­trast zu den­je­ni­gen Re­gio­nen, in de­nen die Glo­ba­li­sie­rung noch nicht an­ge­kom­men ist, was gleich­be­deu­tend mit po­li­ti­scher Un­ter­drü­ckung, Ar­mut, Krank­heit und Mas­sen­mord und Kon­flikt ist. Die­se Re­gio­nen bil­den die Nicht-in­te­grier­ba­re Lü­cke. [Anm. Zwie­denk: Wohl eher ‘noch nicht in­te­grier­te Lü­cke’?]

Der Schlüs­sel zu den geo­stra­te­gi­schen Ide­en Bar­netts ist der, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten “Si­cher­heit” in die­se Lü­cke “ex­por­tie­ren”, da­mit die­se Re­gio­nen sich in­te­grie­ren und sich mit dem Funk­tio­nie­ren­den Kern ver­bin­den. Auch wenn dies be­deu­tet, dass man in den “Lü­cken-Län­dern” Krieg füh­ren muss, dem ei­ne län­ge­re Pha­se der Na­tio­nen­bil­dung folgt.

So­weit die In­for­ma­tio­nen, die man bei­spiels­wei­se bei Wi­ki­pe­dia fin­det.

Drös­elt man Bar­netts Theo­rie wei­ter auf, fin­det man er­schre­cken­de Par­al­le­len zu der heu­ti­gen ge­leb­ten Wirk­lich­keit:

Glo­ba­li­sie­rung – Die Rol­le der USA

Die USA als mul­ti­na­tio­na­le Staa­ten­uni­on ist für Bar­nett der Leucht­turm der Glo­ba­li­sie­rung, was sei­ner Mei­nung nach auch von den USA nicht ge­leug­net wer­den kann, da man sich zu den uni­ver­sel­len Idea­len von Frei­heit und Gleich­heit und kei­ner eth­nisch de­fi­nier­ten Iden­ti­tät be­kannt hat. “Un­se­re In­ter­es­sen sind glo­bal, weil die Glo­ba­li­sie­rung glo­bal sein muss. (Our in­te­rests are glo­bal be­cau­se glo­ba­liza­t­i­on must be glo­bal.)“

Die vier “Flows (Strö­mun­gen, Be­we­gun­gen)“ der Glo­ba­li­sie­rung

Frie­den und Aus­ge­wo­gen­heit auf der Welt kann nach An­sicht von Bar­nett dau­er­haft nur durch die Glo­ba­li­sie­rung rea­li­siert wer­den. Da­mit die Glo­ba­li­sie­rung “funk­tio­niert” (fragt sich nur in wel­cher Hin­sicht und für wel­chen Pro­fi­teur) müs­sen vier “Flows” vor­han­den und ge­ge­ben sein.

Ein un­ge­hin­der­ter Strom von Ein­wan­de­rern (vgl. hier­zu Bal­ka­ni­sie­rung, Flücht­lin­ge aus Afri­ka und Nah­ost), der von kei­nem Volk, kei­ner Re­gie­rung oder kei­ner In­sti­tu­ti­on ver­hin­dert wer­den darf. In­ter­es­san­ter­wei­se sieht Bar­nett für die EU ei­ne Ver­zehn­fa­chung der Zu­wan­de­rung vor.

Ein un­ge­hin­der­ter Strom von Res­sour­cen (Erd­öl, Erd­gas, usw.), was wie­der­um den Be­stre­bun­gen der USA ent­spricht, sich welt­weit die Roh­stof­fe zu si­chern (Na­her Os­ten oder auch Russ­land un­ter Jel­zin). Bar­nett spricht ex­pli­zit bei die­sem Punkt da­von, dass sich Roh­stof­fe nicht in den Hän­den von Staa­ten oder Völ­kern be­fin­den dür­fen, son­dern viel­mehr pri­va­ti­siert und in­ter­na­tio­na­li­siert wer­den müs­sen. (vgl. hier­zu auch die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on mit Russ­land, das Dank Pu­tin den Aus­ver­kauf der hei­mi­schen Roh­stof­fe an an­glo­ame­ri­ka­ni­sche Groß­kon­zer­ne ver­hin­der­te und seit­dem wie­der auf der “Ab­schuss­lis­te des Wes­tens” steht.)

Ein un­ge­hin­der­ter Strom von Kre­di­ten und In­ves­ti­tio­nen nach In­nen (zu den Staa­ten und den Men­schen, al­so die klass­si­sche Schul­den- und Zins­fal­le) und ein un­ge­hin­der­ter Strom von Ge­win­nen nach Au­ßen (vor­nehm­lich wohl zu den USA und zu we­ni­gen Ein­zel­per­so­nen / -grup­pie­run­gen). Bar­nett sieht da­bei den US-Dol­lar als ele­men­ta­ren Be­stand­teil die­ses “Kre­dit­kreis­laufs” an und for­dert, dass die Roh­stof­fe und Res­sour­cen per Kre­dit­ge­wäh­rung in US-Dol­lar ge­han­delt wer­den müs­sen, wo­bei den Staa­ten jed­we­de Steue­rungme­cha­nis­men ge­nom­men wer­den müs­sen, da­mit die Er­trä­ge un­ge­hin­dert (in Rich­tung der USA) flie­ßen kön­nen.

Ein un­ge­hin­de­ter Strom US-ame­ri­ka­ni­scher Si­cher­heits­tech­nik und -kräf­te in die re­gio­na­len Märk­te (ex­port of US–security ser­vices to re­gio­nal mar­kets), was letzt­lich gleich­be­deu­tend da­mit ist, dass kein Staat und kei­ne Re­gie­rung US-Mi­li­tär­ein­sät­ze be­hin­dern, ver­ur­tei­len oder ih­nen mit Wi­der­stand be­geg­nen darf. Full Spec­trum Do­mi­nan­ce. [Anm. Zwie­denk: Ich ver­mu­te, dass hier­mit vor al­lem auch ei­ne all­ge­mein ver­bind­li­che in­ter­na­tio­na­le Rechts­ord­nung ge­meint ist, nicht zu­letzt zum Schutz von (Aus­lands-) In­ves­ti­tio­nen. Staat­li­che Ent­eig­nun­gen wie in der SU oder in den Staa­ten der 3. Welt sind ein Alp­traum für das glo­ba­le Fi­nanz­ka­pi­tal. Schö­ner ist es, wenn man den Steu­er­zah­ler als Schuld­ner hat und Re­gie­run­gen, die der in­ter­na­tio­na­len Rechts­ord­nung ver­pflich­tet sind.]

An­ge­la Mer­kel und die Neue Welt­ord­nung, 04. Ju­ni 2011, Evan­ge­li­scher Kir­chen­tag in Dres­den

Flücht­lings­strö­me als Mit­tel zur Gleich­schal­tung

Bar­netts be­schreibt, dass das End­ziel der Glo­ba­li­sie­rung die Gleich­schal­tung al­ler Län­der auf der Er­de ist. Jähr­lich sol­len 1,5 Mil­lio­nen Zu­wan­de­rer aus der Drit­ten Welt in Eu­ro­pa auf­ge­nom­men wer­den, um so­mit ei­ne Ver­mi­schung der Eth­ni­en und Ras­sen zu er­rei­chen. Im Er­geb­nis soll da­mit ei­ne Be­völ­ke­rung ge­schaf­fen wer­den, de­ren durch­schnitt­li­cher IQ bei 90 liegt – in­tel­li­gent ge­nug zum Ar­bei­ten, ein­fäl­tig ge­nug, um kei­nen Wi­der­stand zu leis­ten. [An­mer­kung Zwie­denk: Die jähr­li­che Auf­nah­me von 1,5 Mio Mi­gran­ten nach Eu­ro­pa hat Bar­nett in der Tat an­ge­regt, von ei­nem durch­schnitt­li­chen IQ von 90 hat er al­ler­dings ver­mut­lich nie ge­spro­chen, letz­te­res ist nach mei­nem Kennt­nis­stand we­der be­legt noch wahr­schein­lich. Sie­he: Die Le­gen­de von Mr Bar­nett]

Ost­erwei­te­rung der NA­TO

Al­le frü­he­ren eu­ra­si­schen (Teil-) Staa­ten der So­wjet­uni­on müs­sen nach Bar­nett Be­stand­teil der NA­TO wer­den. Zu­dem schreibt Bar­nett, dass die USA/NATO ein Sys­tem von Si­cher­heits­ab­kom­men mit al­len An­rai­ner­staa­ten, die sich wirt­schaft­lich im Auf­bruch be­fin­den, an den asia­ti­schen Küs­ten des Pa­zi­fiks schlies­sen muss (vgl. hier­zu TPP, das pa­zi­fi­sche Pen­dant zu TTIP). So­wie ei­ne Al­li­anz mit In­di­en, was wie­der­um zu wei­te­ren Ab­kom­men mit Staa­ten in Zen­tral­asi­en und im Per­si­schen Golf füh­ren wird.

Un­ge­hin­der­ter Ka­pi­tal­ver­kehr

We­der Staa­ten, noch Re­gie­run­gen dür­fen den “frei­en Ka­pi­tal­ver­kehr” und den ge­ne­rier­ten Er­trag an sei­nem Rück­fluss (be)hindern, da­mit es zu ei­ner ge­gen­sei­ti­gen Ab­hän­gig­keit der Län­der kommt und sie so­mit nicht mehr aut­ark be­stehen kön­nen.

Fal­se Flag Ope­ra­ti­on

Bar­nett schreibt, dass es nö­tig sein kann ei­nen neu­en 11. Sep­tem­ber zu in­sze­nie­ren, um al­le Geg­ner der Glo­ba­li­sie­rung zu ver­nich­ten und da­durch ei­ne wei­te­re, tie­fe­re Ver­net­zung al­ler Län­der zu er­rei­chen.

Is­la­mis­mus als Feind­bild

Der ra­di­ka­le Is­la­mis­mus nimmt in Bar­netts Theo­rie die Rol­le des Geg­ners der Glo­ba­li­sie­rung ein. Ein Feind­bild soll die Men­schen ver­ei­nen und das ei­ge­ne Sys­tem (das der Glo­ba­li­sie­rung) als über­le­gen und bes­ser dar­stel­len. Aus die­sem Grund wur­de nach Bar­nett be­schlos­sen, dass der Is­lam die Rol­le des ver­ei­ni­gen­den Feind­bil­des ein­neh­men soll.

Frie­den durch Glo­ba­li­sie­rung

Für Bar­nett müs­sen al­le be­stehen­den Län­der­gren­zen auf­ge­löst wer­den, um ei­ne “Ent­schär­fung der Un­ter­schie­de in den re­li­giö­sen Auf­fas­sun­gen” zu er­rei­chen. Die­se Un­ter­schie­de sieht er als Ur­sa­che für Ge­walt und den Aus­bruch von Krie­gen an, ver­gisst aber gleich­zei­tig zu er­wäh­nen, dass sich ins­be­son­de­re die USA Kon­flik­te “ger­ne zu recht legt”, um da­mit dort ih­re ei­ge­nen In­ter­es­sen durch­set­zen zu kön­nen.

Frei­han­dels­ab­kom­men

Bi­la­te­ra­le und re­gio­na­le Frei­han­dels­zo­nen sind für Bar­netts Theo­rie es­sen­ti­ell. NAFTA sieht er als Weg­be­rei­ter an, des­sen Fort­set­zung sich in TPP, TTIP, TI­SA, CE­TA und Co. ma­ni­fes­tiert.

Gast­ar­bei­ter

Eu­ro­pas De­mo­gra­phie zwingt laut Bar­nett Eu­ro­pa da­zu, im­mer stär­ker auf Gast­ar­bei­ter zu­rück zu grei­fen. Ana­log zu den USA soll sich Eu­ro­pa öff­nen und zu ei­nem “Ein­wan­de­rungs­land” wer­den. Et­wai­ge Ge­gen­strö­mun­gen (Po­li­ti­ker, die ge­gen Ein­wan­de­rung sind oder Bür­ger [Pe­gi­da], die sich für ei­ne kon­trol­lier­te Zu­wan­de­rung aus­spre­chen) müs­sen nach den Aus­sa­gen Bar­netts “zum Schwei­gen ge­bracht wer­den”.

Staats­schul­den der USA

Die USA ex­por­tie­ren ih­re Staats­schul­den mit dem In­stru­ment des US-Dol­lars als Welt­leit- und -re­ser­ve­wäh­rung. De fac­to lebt die USA auf Kos­ten der an­de­ren Län­der, in dem es Schuld­schei­ne per Tas­ten­druck ge­ne­riert, die zur Be­zah­lung der Im­port­gü­ter die­nen. Al­so, (di­gi­ta­les) Nichts im Aus­tausch für Wa­ren.

Bre­chen des Wi­der­stands

Für Bar­nett sind Kri­ti­ker von Zu­wan­de­rung und “Ver­mi­schung der Ras­sen und Kul­tu­ren (OT)“ Idio­ten, die sich der Er­kennt­nis ver­wei­gern, dass die öko­no­mi­sche Lo­gik im­mer als Sie­ger vom Platz ge­hen wird und nur sie die Men­schen über­zeu­gen kann. Die­se öko­no­mi­sche Lo­gik be­darf aber der mul­ti­kul­tu­rel­len und mul­ti­eth­ni­schen Glo­ba­li­sie­rung, die dann für Bar­nett nur noch durch in­ne­ren Wi­der­stand (aus dem Funk­tio­nie­ren­den Kern her­aus) auf­ge­hal­ten wer­den kann. Und um die­sen Wi­der­stand ge­gen die Glo­ba­li­sie­rung zu ver­hin­dern, for­dert er wort­wört­lich: “Kill them!”

Con­clu­sio

So­weit der Ver­such, Bar­netts Theo­rie et­was auf­zu­drös­seln und den Kern her­aus zu ar­bei­ten. Wir se­hen in die­ser kur­zen Auf­stel­lung be­reits zahl­rei­che Vor­ga­ben, die in­zwi­schen (teil­wei­se) er­folg­reich um­ge­setzt wur­den oder sich in den fi­na­len Um­set­zungs­pha­sen be­fin­den. Es ist da­her für mich von ganz ent­schei­den­der Be­deu­tung, dass wir er­ken­nen, dass die Glo­ba­li­sie­rung in ih­ren jet­zi­gen Form ein In­stru­ment sind, das nicht zum Nut­zen der Men­schen “ent­wi­ckelt” wur­de, son­dern zu de­ren Un­ters­drü­ckung und Ver­skla­vung. TTIP, der Ukrai­ne-Kon­flikt, das Ver­hält­nis zu Russ­land, die Sys­tem­pres­se, das wohl be­vor­ste­hen­de Bar­geld­ver­bot, all das sind Aus­flüs­se, Um­set­zungs­maß­nah­men und Ent­wick­lun­gen, die man nicht ge­trennt von­ein­an­der be­trach­ten darf und die wie die sprich­wört­li­che Faust auf’s Au­ge bzgl. der Theo­rie Bar­netts pas­sen. Doch lei­der schließt sich das Fens­ter zum Wi­der­stand im­mer mehr und im­mer schnel­ler.

Quel­len:
Tho­mas P.M. Bar­nett – Wi­ki­pe­dia
Tho­mas P.M. Bar­nett – The Pentagon’s New Map, deutsch: Der Weg in die Welt­dik­ta­tur
Tho­mas P.M. Bar­nett – Blue­print for Ac­tion, deutsch: Dreh­buch für den 3. Wet­krieg
Tho­mas P.M. Bar­nett – Gre­at Powers: Ame­ri­ca and the World Af­ter Bush
Tho­mas P.M. Bar­nett – Web­site


Ein Ar­ti­kel bil­det zwangs­wei­se die Mei­nung ei­nes Ein­zel­nen ab. In Zei­ten der Pro­pa­gan­da und Ge­gen­pro­pa­gan­da ist es da­her um­so wich­ti­ger sich mit al­len In­for­ma­tio­nen kri­tisch aus­ein­an­der zu set­zen. Dies gilt auch für die hier auf­be­rei­te­ten Ar­ti­kel, die nach bes­ten Wis­sen und Ge­wis­sen ver­fasst sind. Um die Nach­voll­zieh­bar­keit der In­for­ma­tio­nen zu ge­währ­leis­ten, wer­den al­le Quel­len, die in den Ar­ti­keln ver­wen­det wer­den, am En­de auf­ge­führt. Es ist je­der ein­ge­la­den die­se zu be­su­chen und sich ein ei­ge­nes Bild mit an­de­ren Schluss­fol­ge­run­gen zu ma­chen.

Li­zenz:
Die­ser Bei­trag ist un­ter ei­ner Crea­ti­ve Com­mons-​Li­zenz [Na­mens­nen­nung – Nicht-kom­mer­zi­ell – Wei­ter­ga­be un­ter glei­chen Be­din­gun­gen 3.0 Deutsch­land (CC BY-NC-SA 3.0 DE)] li­zen­ziert. Un­ter Ein­hal­tung der Li­zenz­be­din­gun­gen dür­fen Sie es ver­brei­ten und ver­viel­fäl­ti­gen. Zwie​denk hat die­sen Bei­trag von kon​junk​ti​on​.in​fo über­nom­men, ge­ring­fü­gig re­dak­tio­nell be­ar­bei­tet und mit ei­ni­gen An­mer­kun­gen ver­se­hen. Der Ori­gi­nal-Ar­ti­kel wur­de am 28.04.2015 ver­öf­fent­licht.

Au­tor: Bei­trag über­nom­men von kon​junk​ti​on​.in​fo

[An­mer­kun­gen Zwie­denk: Bar­netts The­sen stam­men aus dem 1. Jahr­zehnt des 21. Jahr­hun­dert, al­so et­wa aus dem Zeit­raum 2000 bis 2010. Heu­te, 2020, sind sie schon wie­der leicht an­ge­staubt, ins­be­son­de­re, was die Rol­le Chi­nas an­be­langt, das Bar­nett noch kaum auf dem Schirm hat, das heu­te aber mit sei­ner ei­ge­nen Va­ri­an­te der Glo­ba­li­sie­rung, dem Kon­zept der ‘Sei­den­stra­ße’, min­des­tens eben so sehr ei­nen Ge­gen­spie­ler wie ei­nen Teil­neh­mer am Pro­jekt der (west­li­chen) Glo­ba­li­sie­rung dar­stellt.

Das grund­le­gen­de Ziel der Aus­deh­nung ‘west­li­cher Wer­te’ bis hin zu ei­ner (so weit wie mög­lich) glo­ba­len kul­tu­rel­len He­ge­mo­nie auf Ba­sis ‘west­li­cher Wer­te’ mit se­kun­dä­ren re­gio­na­len Be­son­der­hei­ten ist al­ler­dings schon äl­ter, auch der eins­ti­ge ‘Chef­den­ker’ der US- Geo­stra­te­gie, Zbi­gniew Brze­ziń­ski, spricht be­reits da­von in sei­nem Werk ‘Die ein­zi­ge Welt­macht’. Denn mit der Kul­tur kommt auch das Recht und die durch­gän­gig auf Pri­vat­ei­gen­tum ba­sie­ren­de Wirt­schafts­ord­nung, und dar­um geht es wohl zu­al­ler­erst, auch wenn na­tür­lich in der Wer­bung für die­ses Mo­dell die Men­schen­rech­te stets in den Vor­der­grund ge­rückt wer­den. Die Er­fah­rung lehrt je­doch, dass Men­schen­rech­te in den Hin­ter­grund tre­ten und bis­wei­len gar mit Fü­ßen ge­tre­ten wer­den, wenn ein gu­tes Ge­schäft winkt. Üb­ri­gens kei­nes­wegs nur die Rech­te der Ärms­ten, son­dern vor al­lem die des wer­te­schaf­fen­den Mit­tel­stan­des, z.B. in den Auf­nah­me­län­dern der Mi­gra­ti­ons­strö­me. Denn bei den Ärms­ten der Ar­men ist oh­ne­hin nichts zu ho­len – ganz im Ge­gen­satz zum wert­schöp­fen­den Mit­tel­stand. Den ab­zu­schöp­fen, das ist das Ziel. Die Ar­men sind nur das Mit­tel zum Zweck.

Ein wei­te­rer be­ach­tens­wer­ter As­pekt ist die Rol­le und Be­deu­tung von Staa­ten. In der Geo­stra­te­gie wird noch im­mer meist von den ‘na­tio­na­len In­ter­es­sen’ bzw. von ‘geo­stra­te­gi­schen In­ter­es­sen von Staa­ten’ ge­spro­chen. An­ge­sichts des Um­stan­des, dass im Wes­ten (im Ge­gen­satz et­wa zu Chi­na und ei­ni­gen an­de­ren Staa­ten) po­li­ti­sche Macht und öko­no­mi­sche Macht nicht in ei­ner Hand lie­gen und de fac­to Staa­ten weit­ge­hend öko­no­mi­schem Ein­fluss und da­her den Mäch­ten des glo­ba­len Fi­nanz­ka­pi­tals und der Eig­ner mäch­ti­ger glo­ba­ler Kon­zer­ne un­ter­lie­gen, sind Staa­ten ei­gent­lich eher po­li­ti­sche Werk­zeu­ge die­ser Lob­bies. Die Über­schrift die­ses Ar­ti­kels müss­te da­her ei­gent­lich rich­ti­ger lau­ten: “Die Glo­ba­li­sie­rung als Schlüs­sel zur welt­wei­ten Do­mi­nanz der auf In­di­vi­dua­lis­mus, Selbst­be­stim­mung, Selbst­ver­ant­wor­tung und Pri­vat­ei­gen­tum ba­sie­ren­den west­li­chen Wer­te-, Wirt­schafts- und Rechts- Ord­nung.”

Es gibt aber durch­aus auch Be­stre­bun­gen von Staats­funk­tio­nä­ren, mehr Ein­fluss ge­gen­über der Wirt­schaft zu ge­win­nen. Bon­zen (Funk­tio­nä­re) & Bos­se ar­bei­ten zwar zum ei­nen Hand in Hand bzw. ar­beits­tei­lig (Stich­wort: Ma­rio­net­ten), bis­wei­len aber auch schon mal  ge­gen­ein­an­der, in­so­fern es zwi­schen die­sen Grup­pen In­ter­es­sen­ge­gen­sät­ze und da­mit ein Tau­zie­hen um Macht & Ein­fluss gibt.]

Ti­tel­bild: FE­MEN Women’s Mo­ve­ment; Pho­to by Ale­xey Per­kin / CC BY-SA

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